Wie verteile ich knappe Ladefenster fair?

Verteile knappe Ladefenster proportional auf drei Nutzergruppen und zeige den ungedeckten Bedarf.

Eingaben

Ergebnisse

Zuteilung Gruppe A
-- Slots
Zuteilung Gruppe B
-- Slots
Zuteilung Gruppe C
-- Slots
Ungedeckter Bedarf
-- Slots

Formeln

  • Proportionale Zuteilung = verfügbare Slots × Gruppenbedarf / Gesamtbedarf
  • Ungedeckter Bedarf = Gesamtbedarf − verfügbare Slots
Einordnung

Dieser Rechner beantwortet die Frage, wie sich eine begrenzte Zahl verfügbarer Ladefenster auf drei Nutzergruppen verteilen lässt. Er berechnet die Zuteilung Gruppe A, Zuteilung Gruppe B und Zuteilung Gruppe C proportional zum jeweils gemeldeten Bedarf. Zusätzlich zeigt er den Ungedeckten Bedarf in Slots.

Das ist sinnvoll, wenn mehrere Fahrzeuge, Stellplatzgruppen oder Nutzerkreise dieselben knappen Ladezeiten nutzen sollen. Denkbar ist etwa ein Lastmanagement, bei dem nur eine bestimmte Zahl von Ladefenstern verfügbar ist, oder ein organisatorischer Ladeplan für einen gemeinsamen Ladepunkt. Der Rechner verteilt nicht nach Reihenfolge, Priorität oder technischer Ladeleistung, sondern nach dem Anteil jeder Gruppe am gesamten angeforderten Bedarf.

Proportionale Verteilung statt gleicher Slotzahl

Die Eingaben beschreiben den gewünschten Umfang der Ladefenster:

EingabeBedeutung
Bedarf Gruppe AAngeforderte Slots der ersten Nutzergruppe
Bedarf Gruppe BAngeforderte Slots der zweiten Nutzergruppe
Bedarf Gruppe CAngeforderte Slots der dritten Nutzergruppe
Verfügbare SlotsInsgesamt verfügbare Ladefenster, die verteilt werden können

Zunächst werden die drei Bedarfswerte addiert. Anschließend erhält jede Gruppe denselben prozentualen Anteil an den verfügbaren Slots, den sie am Gesamtbedarf hat.

Die Berechnung lautet:

\[\text{Proportionale Zuteilung} = \frac{\text{verfügbare Slots} \times \text{Gruppenbedarf}} {\text{Gesamtbedarf}}\]

Der ungedeckte Bedarf wird berechnet als:

\[\text{Ungedeckter Bedarf} = \text{Gesamtbedarf} – \text{verfügbare Slots}\]

Bei einem Bedarf von 50 Slots für Gruppe A, 30 Slots für Gruppe B und 20 Slots für Gruppe C beträgt der Gesamtbedarf 100 Slots. Stehen 60 Slots zur Verfügung, entfallen darauf:

  • Zuteilung Gruppe A: 30,00 Slots
  • Zuteilung Gruppe B: 18,00 Slots
  • Zuteilung Gruppe C: 12,00 Slots
  • Ungedeckter Bedarf: 40,00 Slots

Gruppe A fordert in diesem Beispiel 50% aller Slots an und erhält deshalb auch 50% der verfügbaren 60 Slots. Für Gruppe B und Gruppe C gilt derselbe Grundsatz.

Was das Ergebnis für die Ladeplanung bedeutet

Die Zuteilung zeigt zunächst einen rechnerischen Anteil, keine fertige Belegungsplanung. Dezimalwerte wie 18,00 Slots sind bei diesem Beispiel zwar ganzzahlig; bei anderen Eingaben können jedoch Bruchteile entstehen. Für einen realen Ladeplan müssen diese Anteile daher in konkrete Zeitfenster, Schichten oder Buchungsrechte überführt werden.

Der Ungedeckte Bedarf macht sichtbar, wie groß die Differenz zwischen angeforderten und verfügbaren Ladefenstern ist. Er hilft dabei, die passende organisatorische Konsequenz zu bewerten:

  • Ladezeiten können auf weitere Zeiträume verteilt werden.
  • Nutzergruppen können ihre Anforderungen anpassen.
  • Die vorhandenen Ladefenster können in einem wiederkehrenden Turnus proportional vergeben werden.
  • Zusätzliche Kapazität kann separat geprüft werden, etwa durch andere Betriebszeiten oder eine Anpassung des Lastmanagements.

Die Berechnung selbst sagt nicht, ob eine Gruppe ihr Fahrzeug innerhalb eines einzelnen Slots vollständig laden kann. Dafür wären weitere Angaben erforderlich, etwa Ladezeit, Batteriekapazität, nutzbare Batteriekapazität, Ladeleistung, Ladeverluste und die tatsächlich verfügbare Leistung am Netzanschluss.

Fair heißt hier: entsprechend dem gemeldeten Bedarf

Der Rechner verwendet ein klares Fairness-Prinzip: Wer einen größeren Anteil des Gesamtbedarfs anmeldet, erhält einen entsprechend größeren Anteil der knappen Slots. Das unterscheidet sich von einer Gleichverteilung, bei der jede Gruppe unabhängig von ihrem Bedarf gleich viele Slots erhalten würde.

Ob eine proportionale Verteilung tatsächlich die passende Regel ist, hängt vom Nutzungskonzept ab. In einer WEG, an einem Unternehmensstandort oder bei geteilten Wallboxen können zusätzlich Prioritäten vereinbart sein, beispielsweise für Dienstfahrzeuge, Fahrzeuge mit kurzen Standzeiten oder Personen ohne alternative Lademöglichkeit. Solche Prioritätsregeln sind nicht Teil dieser Berechnung.

Auch die Größe einer Nutzergruppe ist nicht automatisch mit ihrem Bedarf gleichzusetzen: Eine kleine Gruppe mit vielen angeforderten Slots erhält bei dieser Methode mehr Zuteilung als eine große Gruppe mit geringerer Anforderung. Entscheidend sind ausschließlich die Felder Bedarf Gruppe A, Bedarf Gruppe B und Bedarf Gruppe C.

Grenzen der Berechnung

Der Rechner verteilt Slots auf Basis deiner eigenen Bedarfsannahmen. Er prüft weder die technische Verfügbarkeit einer Wallbox noch die tatsächliche Ladeleistung, die Absicherung, den Zählerschrank, den Leitungsweg oder die Kapazität des Netzanschlusses. Ebenso berücksichtigt er keine Fahrzeugdaten, keine Ladeverluste und keine zeitlich schwankenden Lasten durch andere Verbraucher.

Die Ausgabe ist daher eine Betriebs- oder Kapazitätsschätzung für die faire Verteilung vorhandener Ladefenster. Sie ersetzt keine Betriebsprüfung, Herstellerfreigabe oder verbindliche Servicezusage.

Unabhängige Rechner und verständliche Orientierung für Wallbox, E-Auto-Laden und Ladeinfrastruktur in Deutschland.