Wallbox-Lexikon

49 Fachbegriffe rund um E-Auto-Laden, Wallbox-Technik, Installation und Förderung — verständlich erklärt.

§14a EnWG

§14a EnWG regelt steuerbare Verbrauchseinrichtungen: Der Netzbetreiber kann Wallboxen ab 4,2 kW in Spitzenlasten drosseln — im Gegenzug gibt es reduzierte Netzentgelte.

AC-Laden

AC-Laden bezeichnet das Laden eines E-Autos mit Wechselstrom über Wallbox oder öffentliche Ladesäule — mit max. 22 kW und Typ-2-Stecker.

Autarkiegrad

Der Autarkiegrad zeigt, welcher Anteil des eigenen Strombedarfs durch die PV-Anlage gedeckt wird — mit E-Auto und Speicher bis 85 % möglich.

Bidirektionales Laden

Bidirektionales Laden ermöglicht es dem E-Auto, Strom zurück ins Hausnetz (V2H) oder öffentliche Netz (V2G) einzuspeisen.

CCS-Stecker

CCS (Combined Charging System) kombiniert AC-Typ-2 und DC-Schnellladen in einem Stecker — Europastandard für alle neuen E-Autos.

DC-Schnellladen

DC-Schnellladen überträgt Gleichstrom direkt in die Batterie — mit 50 bis 350 kW an CCS-Säulen, ideal für Langstrecken.

Dienstwagen-Besteuerung E-Auto

Elektro-Dienstwagen werden mit nur 0,25 % des Bruttolistenpreises besteuert statt 1 % — eine massive Steuerersparnis bis 2030.

Drehstrom

Drehstrom (3-Phasen-Wechselstrom, 400 V) ist die Voraussetzung für Wallboxen ab 11 kW — liegt in den meisten deutschen Haushalten vor.

Dynamischer Stromtarif

Dynamische Stromtarife koppeln den kWh-Preis an den Börsenpreis — mit einer Smart-Wallbox kann gezielt in Niedrigpreisphasen geladen werden.

Eigenverbrauchsquote

Die Eigenverbrauchsquote gibt an, welcher Anteil des selbst erzeugten PV-Stroms direkt im Haushalt verbraucht wird — statt ins Netz eingespeist.

Einspeisevergütung

Die Einspeisevergütung nach EEG entlohnt PV-Strom, der ins Netz eingespeist wird — aktuell 8,1 ct/kWh für Anlagen bis 10 kWp (2025).

Energiemanagementsystem (HEMS)

Ein HEMS steuert Wallbox, PV-Anlage, Speicher und Wärmepumpe intelligent, um Eigenverbrauch zu maximieren und Kosten zu senken.

FI Typ B

Ein allstromsensorischer FI Typ B erkennt auch glatte Gleichfehlerströme — Pflicht bei Wallboxen ohne integrierten DC-Fehlerstromschutz.

FI-Schutzschalter

Ein FI-Schutzschalter (RCD) schützt vor tödlichen Stromschlägen durch Abschaltung bei Fehlerströmen — Pflicht bei jeder Wallbox-Installation.

GEIG

Das GEIG verpflichtet Bauherren, bei Neubau und größerer Renovierung Ladeinfrastruktur für E-Autos vorzusehen — ab 6 Stellplätzen.

Genehmigungspflicht

Wallboxen über 11 kW erfordern die Genehmigung des Netzbetreibers — 11-kW-Wallboxen sind nur anmeldepflichtig, nicht genehmigungspflichtig.

Gleichzeitigkeitsfaktor

Der Gleichzeitigkeitsfaktor (GZF) beschreibt, wie viele Wallboxen tatsächlich gleichzeitig laden — entscheidend für die Hausanschluss-Dimensionierung.

Hausanschluss

Der Hausanschluss ist die Übergabestelle vom öffentlichen Stromnetz ins Gebäude — seine Leistung begrenzt, wie viel Ladeleistung verfügbar ist.

Kabelquerschnitt / Leitungsquerschnitt

Der Leitungsquerschnitt (mm²) richtet sich nach Ladeleistung und Kabellänge — zu dünne Kabel bedeuten Überhitzungsgefahr.

KfW-Förderung

KfW-Förderungen für Wallboxen (z.B. KfW 442) waren enorm populär — aktuell bestehen regionale Programme und steuerliche Alternativen.

kWh vs. kW

kW (Kilowatt) ist die Leistung — wie schnell geladen wird. kWh (Kilowattstunde) ist die Energiemenge — wie viel gespeichert wird.

Ladeeffizienz

Die Ladeeffizienz beschreibt, wie viel der bezogenen Energie tatsächlich in der Batterie ankommt — AC: 85–92%, DC: 90–95%.

Ladekurve

Die Ladekurve zeigt den Verlauf der Ladeleistung über den Ladezustand (SoC) — sie sinkt typischerweise ab 80% zum Schutz der Batterie.

Ladeleistung

Die Ladeleistung beschreibt die elektrische Leistung in Kilowatt (kW), mit der ein Elektrofahrzeug geladen wird — sie bestimmt die Ladedauer.

Ladesäulenverordnung (LSV)

Die LSV regelt technische Mindestanforderungen an öffentliche Ladepunkte — Steckerstandards, Bezahlsysteme und Zugänglichkeit.

Ladeverluste

Ladeverluste bezeichnen die Energie, die beim Laden als Wärme verloren geht — AC: 10–15%, DC: 5–8%. Sie erhöhen die realen Ladekosten.

Lastmanagement

Lastmanagement verteilt die verfügbare elektrische Leistung intelligent auf mehrere Wallboxen, um den Hausanschluss nicht zu überlasten.

Leitungsschutzschalter

Ein Leitungsschutzschalter (LS) schützt die Zuleitung vor Überlast und Kurzschluss — typisch B16 für 11-kW-Wallboxen oder B32 für 22 kW.

Meldepflicht

Jede Wallbox muss beim Netzbetreiber angemeldet werden (NAV §19) — ab 11 kW ist zusätzlich eine Genehmigung erforderlich.

MID-Zähler

Ein MID-zertifizierter Zähler misst den Stromverbrauch eichrechtskonform — Pflicht für die rechtssichere Abrechnung von Ladestrom.

NAV (Niederspannungsanschlussverordnung)

Die NAV regelt den technischen Zugang zum Stromnetz — sie definiert die Anmelde- und Genehmigungspflicht für Wallboxen (§19).

Nettokapazität

Die Nettokapazität ist die tatsächlich nutzbare Akkukapazität (kWh) — abzüglich der Pufferreserven, die das BMS zum Zellschutz zurückhält.

Netzentgelte

Netzentgelte sind die Kosten für die Nutzung des Stromnetzes — sie machen 20–25 % des Strompreises aus und können bei Wallboxen reduziert werden.

OCPP

OCPP (Open Charge Point Protocol) ist der offene Kommunikationsstandard zwischen Wallbox und Backend — ermöglicht herstellerübergreifendes Lastmanagement.

Onboard-Ladegerät

Das Onboard-Ladegerät (OBC) wandelt den Wechselstrom der Wallbox in Gleichstrom für die Batterie um — es begrenzt die AC-Ladeleistung.

Plug & Charge

Plug & Charge startet den Ladevorgang automatisch beim Einstecken — ohne RFID, App oder Kreditkarte. Basiert auf ISO 15118.

Rekuperation

Rekuperation gewinnt Bremsenergie zurück und lädt die Batterie — das erhöht die Reichweite eines E-Autos um 10–20%.

Smart Meter

Ein Smart Meter (intelligentes Messsystem, iMSys) misst den Stromverbrauch digital in Echtzeit — Voraussetzung für dynamische Tarife und §14a.

SoC (State of Charge)

Der SoC beschreibt den aktuellen Ladezustand der Fahrzeugbatterie in Prozent — er beeinflusst Ladeleistung, Reichweite und Batterielebensdauer.

Steuerbare Verbrauchseinrichtung

Steuerbare Verbrauchseinrichtungen (§14a EnWG) sind Wallboxen, Wärmepumpen und Speicher ab 4,2 kW, die der Netzbetreiber bei Bedarf drosseln kann.

THG-Quote

Die THG-Quote ermöglicht E-Auto-Besitzern, ihre CO₂-Einsparung als Zertifikat zu verkaufen — Erlös: 50–85 €/Jahr (Stand 2025).

Typ 2

Typ 2 ist der europäische Standard-Ladestecker für AC-Laden — verbaut in allen Wallboxen und E-Autos mit bis zu 22 kW Ladeleistung.

Typ-2-Stecker

Der Typ-2-Stecker (Mennekes) ist der europäische Standard für AC-Laden mit bis zu 22 kW — verbaut in allen europäischen Wallboxen und E-Autos.

Überschussladen

Überschussladen lädt das E-Auto nur mit dem Strom, der von der PV-Anlage gerade nicht im Haushalt benötigt wird — maximiert den Eigenverbrauch.

Verbrauch (kWh/100km)

Der Energieverbrauch eines E-Autos liegt typisch bei 15–20 kWh/100 km — er bestimmt Reichweite und Ladekosten.

Wallbox

Eine Wallbox ist eine fest installierte Ladestation für Elektrofahrzeuge, die am Hausnetz angeschlossen wird und Ladeleistungen von 3,7 bis 22 kW ermöglicht.

WEMoG

Das WEMoG gibt Eigentümern und Mietern seit Dezember 2020 einen Rechtsanspruch auf die Genehmigung einer Wallbox in Mehrfamilienhäusern.

WLTP

WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) ist der seit 2018 verbindliche Prüfzyklus für Verbrauch und Reichweite von Fahrzeugen.

Zählerplatz / Zählerschrank

Der Zählerschrank beherbergt Stromzähler, Sicherungen und FI-Schutzschalter — für eine Wallbox werden freie Teilungseinheiten (TE) benötigt.